Was die Konferenz über die Zukunft von Flughafen-Energiesystemen offenbarte
Die Airport Electrification Europe Conference machte eines völlig klar: Die Elektrifizierung findet bereits an europäischen Flughäfen statt, doch die eigentliche Herausforderung ist nicht mehr die Technologie. Die Engpässe sind der ganzheitliche Ansatz für Energieinfrastruktur, die Fähigkeit zur Finanzierung großflächiger Infrastruktur und das Energiemanagement, das erforderlich ist, damit alle Systeme zusammenarbeiten. Wie Roland Berger berichtete, entstehen etwa fünfzehn Prozent der Luftfahrtemissionen direkt auf dem Flughafengelände – durch Rollen, Bodenoperationen, Fahrzeugflotten und Gebäude. Während Flughäfen auf Klimaziele hinarbeiten, rückt dieser Teil der Emissionslandschaft zunehmend in den Fokus.

Europäische Flughäfen setzen bereits großflächige Elektrifizierung um
Flughäfen in ganz Europa sind bereits in Bewegung. Groningen, Umbrien, Rotterdam, Brüssel, Bologna, Stuttgart sowie die Flughafenbetreiber Swedavia und Avinor präsentierten Strategien, die elektrifizierte Bodenoperationen, große Photovoltaikfelder, den Ersatz von Gasheizungen durch elektrische Wärmepumpen und die Einführung von Elektromobilität für Busse, Mitarbeiterfahrzeuge, Taxis und Mietwagen kombinieren. Die Beispiele variierten im Umfang, aber die Richtung war einheitlich.
Der Flughafen Umbrien strebt bis 2030 vollständig elektrische Bodenabfertigungsgeräte an und baut Solarkapazität auf, um den gesamten Flughafen abzudecken. Rotterdam hat den Gasverbrauch bereits um mehr als siebzig Prozent reduziert, den Großteil seiner leichten Bodenabfertigungsgeräte elektrifiziert und bereitet ein großes Solarprojekt vor, obwohl Netzengpässe intelligente Energiesysteme erfordern. Brüssel erwartet, bis 2030 Netto-Null für den eigenen Betrieb zu erreichen, und plant, die Photovoltaikkapazität auf etwa fünfundvierzig Megawatt auszubauen, während digitale Energiemanagement-Tools entwickelt und der Netzanschluss verstärkt werden. Bologna elektrifiziert Heizung und Mobilität und erweitert Solarfelder in mehreren Phasen. Stuttgart zeigte einen nahezu vollständig elektrischen Turnaround, der auch ein elektrisches Betankungsfahrzeug umfasst.
Swedavia betreibt seine Flughäfen seit 2020 fossilfrei und strebt fossilfreie Inlandsflüge bis 2030 an. Avinor, insbesondere am Standort Stavanger, bereitet sich mit einer Kombination aus Solar, Batteriespeicher und Mikronetzfähigkeit auf Elektroflugzeuge vor.
Bodenoperationen werden vollständig elektrisch
Viele der für diesen Übergang erforderlichen Technologien sind bereits erprobt. Fluggesellschaften und Bodenabfertiger wie KLM und Swissport zeigten, dass vollständig elektrische Bodenabfertigung machbar ist.
Gerätehersteller präsentierten batteriebasierte Bodenstromaggregate, mobile und stationäre Ladegeräte, Nachrüstoptionen mit Kommunikationsprotokollen, die automatisiertes Laden ermöglichen, sowie Power-Sharing-Lösungen, die die an den Gates bereits verfügbare Kapazität besser nutzen.

Die Flughäfen Kopenhagen, Düsseldorf und das Avinor-Netzwerk installieren eine große Anzahl von AC- und DC-Ladegeräten. AC-Ladegeräte bieten langsameres und effizientes Laden für Fahrzeuge mit längeren Standzeiten, während DC-Ladegeräte hohe Leistung für schnelle Turnarounds liefern und bis zu vierhundert Kilowatt erreichen können. Intelligente Ladestrategien helfen, Spitzenlasten im Netz zu vermeiden. Green-Taxiing-Lösungen zeigen erhebliches Potenzial zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs am Boden. Taxiing-Unterstützungssysteme können die Emissionen aus der Bodenbewegung um bis zu fünfundachtzig Prozent reduzieren.
Neue Flugzeugkonzepte beschleunigen den Wandel zur elektrischen Luftfahrt
Elektroflugzeuge waren ebenfalls ein prominentes Thema. Vaeridion und AURA AERO präsentierten ihre Konzepte für regionale Flugzeuge mit neun bis neunzehn Sitzen, Reichweiten von etwa vierhundert Kilometern und Ladeanforderungen, die mehrere Megawatt pro Turnaround erreichen. Flughäfen beginnen, Kategorien für die Elektro-Bereitschaft zu definieren, die strukturieren, welche Flughäfen welche Typen von Elektroflugzeugen aufnehmen können. Stavanger erwartet die ersten Demonstrationsflüge ab 2025.

Netzkapazitäten, Platzmangel und fehlende Standards bremsen den Fortschritt
Trotz wachsender Dynamik machte die Konferenz deutlich, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben. Stromnetze in vielen europäischen Ländern sind bereits belastet, und zusätzliche Nachfrage durch Flugzeugladung, elektrische Heizung und Bodenabfertigungsgeräte kann lokale Engpässe verursachen. Platz ist ein weiterer limitierender Faktor, da Ladegeräte, Transformatoren, stationäre Speicher und elektrische Bodenfahrzeuge wertvolle Vorfeld- und Serviceflächenkapazität beanspruchen.
Standardisierungsprobleme erhöhen die Komplexität zusätzlich. Steckertypen, Spannungsniveaus und Kommunikationsprotokolle unterscheiden sich zwischen Ländern und Herstellern, was Planung und Beschaffung erschwert und die Kosten in die Höhe treibt. Regulatorische Anforderungen für Hochspannungssysteme und die Notwendigkeit, Verfahren zwischen Fluggesellschaften und Bodenabfertigern zu harmonisieren, stellen eine weitere betriebliche Herausforderung dar.
Vor diesem Hintergrund sind Flughäfen, die frühzeitig Energie-Masterpläne entwickelt haben, deutlich besser aufgestellt. Sie können Ladeinfrastruktur, Speichersysteme, Photovoltaikerzeugung und Netzkapazität in eine kohärente Strategie integrieren und Energie als strategische Ressource statt als feste Einschränkung behandeln. Die Konferenz zeigte, dass die Elektrifizierung nahezu jeden Bereich des Flughafenbetriebs betrifft – von der Bodenabfertigung über die Heizung bis zur künftigen Flugzeugladung – und daher langfristige Planung erfordert. Gleichzeitig können die meisten Flughäfen diese Systeme nicht eigenständig planen oder finanzieren und verfügen oft nicht über das interne Fachwissen, um komplexe Infrastrukturen zu planen, Partner zu koordinieren oder große Investitionen zu managen. Zusammenarbeit zwischen Flughäfen, Fluggesellschaften, Geräteherstellern, Versorgungsunternehmen und Regulierungsbehörden, kombiniert mit Pilotprojekten und neuen Finanzierungsmodellen, ist unerlässlich, um große Erneuerbare-Energien- und Speicherprojekte auch an kleineren regionalen Standorten realisierbar zu machen.
Wie ALBATROSS Flughäfen hilft, von der Ambition zur Umsetzung zu gelangen
Die Konferenz machte eines deutlich: Die technischen Lösungen für die Flughafenelektrifizierung existieren, aber der Fortschritt hängt davon ab, saubere Energie in großem Maßstab zu sichern, die Netzkapazität intelligent zu erweitern und finanzielle Investitionen zwischen den Beteiligten zu koordinieren. Elektrifizierung ist keine technologische Herausforderung mehr. Die Herausforderung liegt in einer ganzheitlichen Umsetzung hinsichtlich Planung, Finanzierung und Betrieb – immer mit den Interessen des Flughafens im Mittelpunkt. Flughäfen, die Energie als strategisches Gut behandeln, werden am schnellsten vorankommen.
Den meisten Regionalflughäfen fehlen die Ressourcen, die erforderlich sind, um Photovoltaiksysteme, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und Netzintegration zu planen, zu dimensionieren und zu finanzieren. ALBATROSS schließt diese Lücke. Wir übersetzen betriebliche und Flottenanforderungen in präzise Energiekonzepte, planen und finanzieren die notwendige Infrastruktur und koordinieren alle relevanten Partner.
Dies ermöglicht es Flughäfen, schnell und zuverlässig von der Ambition zur Umsetzung zu gelangen und sich gleichzeitig auf künftige Technologien wie elektrische Regionalflugzeuge und Wasserstoffsysteme vorzubereiten.

